Vererbung der Westsee-Longjing-Tee-Röstkunst in Hangzhou

„Unsere Generation von Teeröstmeistern unterscheidet sich von der älteren. Früher war es üblich, sein Können geheim zu halten, heute aber geben wir unser Wissen an die junge Generation ohne Vorbehalte weiter.“ In diesen Tagen liegt im Dorf Wengjiashan, dem höchstgelegenen Kernanbaugebiet für Westsee-Longjing-Tee in Hangzhou in der Provinz Zhejiang, ein intensiver Duft von frischem Tee in der Luft. Während er seine Schüler beim Rösten des neuen Tees anleitet, zeigt sich der Westsee-Longjing-Röstmeister Weng Liwen nachdenklich.
An der Wand seines Arbeitsraumes hängt eine Kalligrafie mit dem Schriftzug: „Verantwortung vor dem eigenen Nutzen.“ Dieser Leitspruch ist nicht nur Weng Liwens Lebensmaxime, sondern auch ein Spiegel seines Weges der Weitergabe und des Erhalts der Teekultur.
Weng Liwen stammt gebürtig aus dem Dorf Wengjiashan und röstet seit über 30 Jahren Westsee-Longjing-Tee. Bereits zur Zeit der Guangxu-Ära in der späten Qing-Dynastie gründete sein Ururgroßvater im Dorf die Teemarke „Weng Longshun Jingji“ – seit Generationen ist die Familie eng mit dem Tee verbunden. Für Weng Liwen ist der weltweite Ruhm des Westsee-Longjing-Tees untrennbar mit dem Einsatz und der Überlieferung durch seine Vorfahren verbunden.
„Früher mussten unsere Vorfahren nicht nur die Kunst des Teeröstens meistern, sondern auch mit den Teebündeln auf den Schultern auf Märkte ziehen, um den Tee zu verkaufen. Erst durch ihr handwerkliches Können und ihre ehrliche Geschäftspraxis konnte der Westsee-Longjing-Tee zur bekannten Marke in ganz China und darüber hinaus werden.“ Zugleich ist sich Weng Liwen sicher: Ein tiefes kulturelles Fundament ist der Schlüssel zur anhaltenden Beliebtheit des Westsee-Longjing-Tees.
In den letzten zehn Jahren hat sich Weng Liwen in den landwirtschaftlich ruhigeren Zeiten regelmäßig in Bibliotheken zurückgezogen und historische Dokumente rund um Wengjiashan und den Westsee-Longjing-Tee wortgetreu abgeschrieben. Im Jahr 2021 stieß er bei seinen Recherchen auf eine längst vergessene Tradition: das sogenannte „Hanshan“ – ein ritueller Ruf in die Berge zum Erbitten einer reichen Teeernte.
Er schlug dem Dorfkomitee vor, diesen alten Brauch wiederzubeleben, um der Teekultur neue Impulse zu verleihen.
„Auch der Duft guten Weines muss hinausgerufen werden“, sagt Weng Liwen mit Nachdruck. „Heutzutage lässt das Interesse der Jugend an traditioneller Kultur nach – wir tragen die Verantwortung, sie aktiv zu verbreiten.“
Neben der Förderung neuer Initiativen in den einzelnen Dörfern zur Stärkung der Teeindustrie organisiert das Westsee-Landschaftsschutzgebiet seit 2021 gezielte Schulungen für die junge Generation handwerklicher Teeröster. Die Teilnehmerzahlen sind von anfangs 12 auf über 600 im Jahr 2023 angestiegen.
Eine der Teilnehmerinnen ist Fu Xiaoting, geboren in den 1990er-Jahren im Longjing-Dorf. Ursprünglich begann sie, das Teerösten zu lernen, um ihre Familie zu unterstützen. Doch seit sie 2021 an den Schulungen teilnahm, haben sich ihre Fähigkeiten enorm weiterentwickelt. „Das Teerösten macht süchtig“, sagt sie lachend.
Vor Kurzem wurde Fu Xiaoting bei der sechsten städtischen Longjing-Tee-Handröstmeisterschaft in Hangzhou als eine der „Zehn besten Röstmeisterinnen“ ausgezeichnet. „Mein Lehrer Hu Longyun ist sehr gewissenhaft und engagiert. In dieser angenehmen Lernatmosphäre haben wir umso mehr Lust, den Tee richtig gut zu rösten.“
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